Verkehrsbedingte Emissionen

Charlie Bosch // Umwelt & Anpassung // Lesezeit: 04 Min.

Welche Schadstoffe sind in verkehrsbedingten Abgasen enthalten? Was ist eigentlich CO2? Wie viel CO2 wird durch den Verkehr produziert?

Welche Schadstoffe sind in verkehrsbedingten Abgasen enthalten?

Die hohe Anzahl der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren tragen maßgeblich an der stetigen Steigerung der Ozonwerte bei. Durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen wird eine große Menge Kohlendioxid, auch bekannt als CO2, freigegeben. Dadurch wird der Treibhauseffekt verstärkt, was schließlich zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre führt. Doch nicht nur CO2 wird in Form von Abgasen in die Luft freigesetzt und wirkt sich belastend auf die Umwelt aus, ebenso lassen sich in der Luft folgende Schadstoffe messen: Kohlenmonoxid, Benzol, Schwefeldioxid, Feinstaub und Stickstoffoxide (vgl. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 2010).

Was ist eigentlich CO2?

CO2 ist die chemische Formel für Kohlenstoffdioxid. Es erfüllt lebenswichtige Funktionen für Lebewesen. Es entsteht im Organismus und wird beim Ausatmen an die Luft abgegeben. Somit ist CO2 ein normaler Bestandteil der Atemluft und natürlicher Stoffwechselprozesse. Jedoch entsteht es auch bei der Verbrennung von Kohlenstoffen in Motoren, wie es zum Beispiel bei vielen Verkehrsmitteln der Fall ist. Das, durch die Verbrennung entstehende CO2, unterscheidet sich nicht von dem durch Lebewesen, natürlich produzierten CO2, trägt allerdings durch die enorme Menge zum Treibhauseffekt und schließlich zur Erderwärmung bei (vgl. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 2010).

Wie viel CO2 wird durch den Verkehr produziert?

Durch die schrittweise erneuerten Abgasvorschriften für neu zugelassene PKW gab es in den letzten Jahren  einen technischen Fortschritt bei den Motoren und Abgastechniken. Dadurch wird die Umwelt weniger belastet als in der Vergangenheit. Des Weiteren wurde die Kraftstoffqualität, des in den Verkehr gebrachten Kraftstoffes, verbessert. Infolge dessen sind die spezifischen Emissionen an Schadstoffen und am Treibhausgas CO2 pro Kilometer gegenüber 1995 zu heute gesunken. Der Verbesserung des Klima- und Umweltschutzes steht jedoch der Anstieg der durchschnittlichen Fahrzeugleistung und -gewicht sowie die Zunahme des PKW-Verkehrs gegenüber, wodurch die verkehrsbedingten Treibhausgas-Emissionen zuletzt tendenziell gestiegen sind. Der Verkehr macht immer noch ca. 18% der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland aus (vgl. Umwelt Bundesamt, 2017).

Faktoren, die den eigenen verkehrsbedingten CO2-Ausstoß beeinflussen

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die das Mobilitätsverhalten der Menschen beeinflusst. Das Verhalten suggeriert auch die Wahl des Verkehrsmittels, die Zahl sowie die Distanz der zurückgelegten Wege. Die vom Verkehr ausgehenden Umweltbelastungen hängen stark von diesen Umständen ab. So liegt der durchschnittliche Wert, des, durch Verkehr erzeugten CO2-Ausstoßes pro Tag, laut MiD, bei 4,5 Kilogramm pro Person. Dieser Wert ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig. So reicht beispielsweise die Spanne von dem Haushaltsstatus „sehr niedrig“ bis „sehr hoch“ von 2,7 Kilogramm bis zu 6,8 Kilogramm pro Tag pro Person. Dies zeigt: je höher der ökonomische Status, desto höher der erzeugte CO2-Wert pro Person.

Auch die Nutzersegmente, sprich wer welches Verkehrsmittel am häufigsten nutzt, spielen eine entscheidende Rolle für den Emissionsausstoß pro Person. Es wird deutlich, dass sobald ein Auto zur Verfügung steht, der Emissionsausstoß deutlich höher pro Kopf ist.

Der Verbrauch ist ebenso abhängig vom Haushaltstyp. Konkret bedeutet das: handelt es sich um einen Einzelpersonen-, Mehrpersonen-, oder Erwachsenenhaushalt oder einem Haushalt mit Kindern? Bei dieser Betrachtung hängt die Höhe des CO2-Emissionenwerts am deutlichsten von der Hauptverkehrsmittelwahl der jeweiligen Haushaltstypen ab.

Auch die Altersklasse spielt eine wichtige Rolle. So weist die jüngere, als auch die ältere Gesellschaft, die weniger eigenständig mit dem PKW unterwegs sind und häufig nur MIV-Mitfahrende sind oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen, einen weitaus geringeren CO2-Verbrauch auf als Gesellschaftsgruppen im Alter von 18-59 Jahren, die häufig über einen eigenen PKW verfügen.

Auch die unterschiedlichen Raumtypen nehmen Einfluss auf die CO2-Emissionen pro Kopf. Der Wert ist in den ländlichen Regionen am höchsten, in den verdichteten etwas niedriger und in den Kernstädten am niedrigsten. Begründen lässt sich dieses Ergebnis durch die Raumtypen-bedingte Verkehrsmittelwahl. Der Modal-Split-Anteil des ÖPNV ist in den Kernstädten mehr als doppelt so groß wie in anderen Raumtypen (vgl. MiD Abschlussbericht, 2008).

How to umweltfreundlich fahren

Die Umwelt- und Klimaentlastung im Personenverkehr kann nicht nur allein durch technische Fortschritte am Fahrzeug erreicht werden.

Stattdessen muss mindestens genauso intensiv am eigenen Verkehrsverhalten angeknüpft werden. Es gibt viele Möglichkeiten, um ohne großen Aufwand selbst zur Reduzierung der, durch den Verkehr produzierten CO2-Emissionen, beizutragen (vgl. Umwelt Bundesamt, 2017).

Hier eine kurze Anleitung:

  1. Kurzstrecken mit dem Auto vermeiden
  2. Nach dem Starten sofort losfahren
  3. Sanft beschleunigen
  4. Möglichst hohen Gang wählen: Raushalten bei rund 2.000 U/min
  5. Vorausschauen und flüssig fahren
  6. Hohe Geschwindigkeiten vermeiden: z.B. 100 km/h statt 130 km/h
  7. Zusätzlichen Stromverbrauch wie Klimaanlage gut überlegen
  8. Das Auto im Stillstand ausmachen
  9. Reifendruck regelmäßig kontrollieren
  10. kein unnötiges Gewicht mitfahren

(Bundesgremium des Fahrzeughandels, 2001)