Falschparkerwoche

Jana Ehling // Aktionen // Lesezeit: 02 Min.

Am 28. Mai 2018 startete die erste bundesweite Falschparker-Aktionswoche – und wir waren dabei! Die Aktion wurde von der Initiative Clevere Städte Berlin und vom Ökologischen Verkehrsclub VCD koordiniert und fand zahlreiche Unterstützer*innen. Die Koordinator*innen riefen bundesweit dazu auf, Falschparker*innen in kreativer Weise auf ihre Fehler aufmerksam zu machen.

Der Grund für diese Aktion? Durch Falschparker*innen auf Rad- und Fußwegen werden die Nutzer*innen dieser Wege behindert und gefährdet. Autos, die in zweiter Reihe parken, erfordern von Radfahrer*innen gefährliche Ausweichmanöver, gleiches geschieht bei Falschparker*innen auf Radwegen, hier wird der Fußgängerweg oft gezwungenermaßen zum Radweg. Auch Fußgänger*innen werden durch Falschparkende an Straßenecken oder vor Fußgängerüberwegen oft eingeschränkt. Hier sind unter anderem auch Rollstuhlfahrende und Eltern mit Kinderwagen stark betroffen. Das mögliche Bußgeld für Falschparker*innen ist mit maximal 35 € (HMWEVL und ADAC Hessen-Thüringen e. V., 2017) zu niedrig, als dass es einen Einfluss auf das Verhalten der Autofahrer*innen haben könnte. Damit liegt Deutschland weit unter dem europäischen Durchschnitt, die Initiative Clevere Städte ermittelte 2014 in acht europäischen Ländern „ein durchschnittliches Bußgeld für gefährliches Falschparken […] in Höhe von 100 Euro“ (ICSB und VCD, 2018: 2). Deswegen ist laut der gemeinsamen Pressemitteilung des VCD und der Initiative Clevere Städte Berlin ein wesentliches Ziel der Aktionswoche, höhere Bußgelder für Falschparken zu erreichen (ICSB und VCD, 2018).

Die Möglichkeiten, die wir als Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen haben, sind vielfältig: durchgeführte Aktionen reichen vom Markieren der Autos mit Sprühsahne und ‘Spuckis’ (Aufkleber, die wie Briefmarken eine vorgummierte Klebefläche haben) über das Einpacken in Geschenkpapier und Folie bis zum Wegtragen kleinerer Autos. Ein Melden der falschparkenden Autos über die Wegeheld-App ist auch außerhalb der Aktionswoche möglich.

Innerhalb des Back to the Roads Projektes entschieden wir uns für eine diplomatische Variante, Falschparker*innen auf ihre Fehler aufmerksam zu machen. Es wurden 120 “Gelbe Karten” gedruckt, welche kostenlos an Interessierte ausgegeben wurden und auch von den Projektteilnehmer*innen an falsch parkende Autos gesteckt wurden. Wer Lust hat, auch nach der Aktionswoche für sichere Fuß- und Radwege zu sorgen, findet hier unsere Gelbe Karte zum selber ausdrucken und verteilen.

  • Initiative Clevere Städte Berlin (ICSB) und Ökologischer Verkehrsclub VCD (2018): Pressemitteilung. Berlin.
  • Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) und ADAC Hessen-Thüringen e. V.(2017): Bußgeldkatalog. Punkte im Straßenverkehr. S. 35. Neu-Isenburg.