Lichtverschmtzung

Lisa Zierenberg & Michelle Nettles //  Umwelt & Anpassung // Lesezeit: 02 Min.

Unter Lichtverschmutzung (eng. light pollution) ist eine künstliche Aufhellung des Nachthimmels zu verstehen, die durch künstliche Lichtquellen herbeigeführt wird. Dazu zählen alle nicht-effizienten Lichtquellen, die nicht auf den Boden, sondern in die Atmosphäre strahlen.

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt

Die Lichtverschmutzung wirkt sich sowohl auf die Gesundheit des Menschen, als auch auf die Umwelt und andere Lebewesen aus. Die künstliche Aufhellung des Nachthimmels stellt in mehrerer Hinsicht eine Umweltbelastung dar, da Populationen ins Ungleichgewicht geraten und eine Vielzahl von Insekten verenden. Dadurch, dass Spinnen vermehrt ihre Netze an künstlichen Lichtquellen spinnen und dort besonders viele Insekten abfangen, wächst die Population der Spinnen übermäßig an, während die der Insekten sinkt. Doch auch der menschliche Körper ist unmittelbar betroffen, da das künstliche Licht den natürlichen Tag- Nacht- Rhythmus durcheinander bringt  und die Produktion des Hormons Melatonin unterbindet. Melatonin wird bei Dunkelheit produziert und ist neben Serotonin für die Steuerung des Tag- Nacht- Rhythmus zuständig. (vgl. Verlust der Nacht Doku, 2016)

Negative Folgen und Krankheiten, verursacht durch Lichtverschmutzung

-> Blendung/ Beeinträchtigung des Sehvermögens

-> Schlafstörungen

-> Kopfschmerzen

-> Herz-Kreislaufprobleme / Herzinfarkt

-> Depressionen

-> Burnout-syndrom

-> Bluthochdruck

Lichtverschmutzung in der Gesellschaft

In der Gesellschaft bietet das Licht zahlreiche Vorteile und dient zu verschiedenen Zwecken, die für uns maßgeblich sind. Wir empfinden das Licht als warmes und gemütliches Element, welches die Sicherheit im  öffentlichen Raum, wie bei Unterführungen und Gehwegen sowie im Straßenverkehr durch installierte Lichtanlagen gewährleistet. Darüber hinaus wird vor Verbrechen und Vandalismus geschützt und das Privateigentum gesichert. Allerdings werden gleichzeitig durch das Einsetzen von starken Scheinwerfern das Sehvermögen beeinflusst und hohe Kosten verursacht.

Nicht nur die Sicherheit des Einzelnen ist ein zentraler Punkt, sondern auch die Möglichkeit  soziale und ökonomische Vorteile auszuschöpfen. Arbeitsaktivitäten setzen sich bis in die Nacht fort, was die Landwirtschaft sowie die Industrie bedingt und die Nachfrage nach Freizeitaktivitäten in den Abendstunden steigen. Eine weitere Nutzung des Lichts sind Leuchtreklamen, die kommerziellen Zwecken zugrunde liegen.

(vgl. Calogovic, 2005)



Wo Lichtverschmutzung anfängt

  1. Im Schlafzimmer: mehrere elektronische Kleingeräte wie Wecker, indirekte Beleuchtung, Smartphones, Geräte im Stand-by-Modus sorgen für eine Belastung
  2. Zuhause und in angrenzenden Gebäuden: Aquarienbeleuchtung, Tv-Geräte und Autos, da die Intensität der Nutzung mobiler Fortbewegungsmittel zugenommen hat
  3. Im Urbanen Raum: Industrieanlagen, Bürogebäude, Flughäfen, Flugzeuge, Leuchtreklamen

 

Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung

  • Lampen mit geringerer Leistung nutzen
  • Dauerlicht vermeiden
  • nicht alles beleuchten, nur das was nötig ist, “gezieltes” Beleuchten
  • Straßenbeleuchtung die vor allem die Straße beleuchtet
  • Intelligente Lichtkonzepte Straßenbeleuchtung (Bewegungsmelder, Kegel die nur nach unten leuchten)
  • Lichtfarbton anpassen

(vgl. dark sky, o.J.)