Multimodalität

Maxi Frey // Grundlagen // Lesezeit: 04 Min.

Die zukünftige Mobilität erfordert intelligente und vernetzte Systeme. Vor allem in den Ballungsräumen wächst das Bedürfnis nach Mobilität, umweltfreundliche Formen der Fortbewegung ersetzen Wege des motorisierten Individualverkehrs. Um dies zukünftig weiter zu stärken, müssen die Mobilitätsangebote je nach Situation und Bedarf miteinander kombiniert werden.

Mobilität ist in der heutigen Zeit von zentraler Bedeutung und für alle unabdingbar. Dabei ist es nebensächlich, ob es sich um das Erreichen des Arbeitsplatzes, einen Besuch beim Arzt oder die generelle Teilnahme am öffentlichen Leben handelt. „Mobil sein“ hieß in der Vergangenheit meist einen eigenen Pkw zu besitzen. Der motorisierte Individualverkehr verliert jedoch zunehmend an Bedeutung, als Fortbewegungsmittel und Statussymbol. Immer mehr Menschen überdenken ihr Verständnis von Mobilität. Gerade die jüngere Generation implementiert einen umweltschonenden nachhaltigen Gedanken und folgt immer mehr dem Motto „benutzen statt besitzen“. In Deutschland gehört der Erwerb eines Führerscheins zwar noch immer zum Erwachsenwerden dazu – der Anteil der jungen Erwachsenen, die eine Fahrerlaubnis besitzen und in einem Haushalt mit Auto leben, nimmt jedoch stetig ab (vgl. dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, 2014; Gastel, 2014).
Zudem zeigt sich, dass nicht mehr nur ein bestimmtes Verkehrsmittel fokussiert wird. Mittlerweile werden immer häufiger verschiedene Verkehrsmittel für eine Strecke genutzt. Je nach Altersklasse wird auf das Rad oder den ÖPNV umgestiegen (Prof. Dr.‐Ing. Vortisch u. a., 2012).

Immer mehr junge Menschen studieren und bekommen an ihrer Universität ein Semesterticket mit dem sie den lokalen öffentlichen Nahverkehr als eine günstige und ökologische Alternative zum motorisierten Individualverkehr benutzen können (Ministerium für Verkehr NRW, o. J. (-b)).
Die zukünftige Mobilität erfordert intelligente und vernetzte Systeme. Vor allem in den Ballungsräumen wächst das Bedürfnis nach Mobilität, umweltfreundliche Formen der Fortbewegung ersetzen Wege des motorisierten Individualverkehrs. Um dies zukünftig weiter zu stärken, müssen die Mobilitätsangebote je nach Situation und Bedarf miteinander kombiniert werden. Bei multimodalem Verkehr wird nach individuellen Kriterien für jeden Weg das jeweils geeignete Verkehrsmittel gewählt. (Ministerium für Verkehr NRW, o. J. (-a)). Multimodalität beschreibt ein Verhalten, welches durch die Verwendung verschiedener Fortbewegungsformen innerhalb einer bestimmten Zeit zu verstehen ist.

Beispiel:Ein Mensch ist multimodal unterwegs, wenn dieser z.B. mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz, mit dem Bus zum Supermarkt und mit dem Carsharing-Pkw aufs Land fährt.

Intermodalität ist eine spezielle Form der multimodalen Mobilität und beschreibt das Nutzen unterschiedlicher Fortbewegungsformen im Verlauf eines Weges (vgl. Von der Ruhren u. a., 2003). Zu Beginn startet jeder Weg meist zu Fuß um eben dann ein weiteres Fortbewegungsmittel, ob ÖPNV, Fahrrad oder doch den eigenen Privat-Pkw, zu nutzen. Somit ist des Öfteren eine intermodale Mobilität gegeben.

Wenn das Kombinieren von Verkehrsmitteln den Bürger*innen zukünftig vor Ort leicht und bequem fällt, kann sich inter- und multimodales Mobilitätsverhalten im alltäglichen Leben etablieren und ein Grundgerüst für die Entscheidung der Fortbewegung bilden. Besonders in Ausnahmesituationen, gerade bei Ausfällen im ÖPNV, platten Fahrradreifen oder viel Gepäck, sollte ein unbeschwerter und flexibler Umstieg auf ein anderes Verkehrsmittel möglich sein. Essentiell ist dies auch bei nicht angebotsstarken Zeiten des ÖPNV, die in der Regel nachts vorzufinden sind. Hier können integrierte, geteilte und individuelle Verkehrsmittel, wie zum Beispiel Car- und Bike-Sharing, einen hohen Grad an Mobilität garantieren.
Multimodalität und Intermodalität sind zentrale Strategien, damit Verkehr stadtverträglicher wird. Werden am Wohnstandort attraktive Rahmenbedingungen für Fuß- und Radverkehr, ÖPNV und/-oder Sharing-Angebote zur Verfügung gestellt, kann dies zukünftig zur Entscheidung beitragen, ob der eigene Pkw zu Hause stehen gelassen wird und stattdessen umweltfreundliche Mobilitätsoptionen genutzt werden. Denn gerade die Fortbewegungsformen wie Fuß-, Fahrrad und Schienenverkehr sind oft platzsparender und günstiger als der motorisierte Individualverkehr und vor allem umweltschonend. (VCD Verkehrsclub Deutschland e.V., o. J.)

Mobilitätsstationen verknüpfen diese verschiedenen Angebote der Mobilität fördern ein inter- bzw. multimodales Verkehrsverhalten. (Geschäftsstelle & Zukunftsnetz Mobilität NRW, 2015)

  • dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. (2014). Autofahren ist out, Smartphones werden wichtiger. unter: http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/motor/fuehrerschein-kein-statussymbol-autofahren-ist-out-smartphones-werden-wichtiger-13346242.html, (abgerufen: 12.06.2018)
  • Gastel, M. (2014). Junge Leute verzichten immer häufiger auf Führerschein. Unter: http://www.matthias-gastel.de/junge-leute-verzichten-immer-haeufiger-auf-fuehrerschein/, (abgerufen: 12.06.2018)
  • Geschäftsstelle, & Zukunftsnetz Mobilität NRW. (2015). Handbuch Mobilstationen Nordrhein-Westfalen (S. 72). Köln: Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Unter: https://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/sites/default/files/downloads/2015-10-14_handbuch_mobilstationen_nrw_download_neu.pdf, (abgerufen: 12.06.2018)
  • Ministerium für Verkehr NRW. (o. J. (-a)). Das kleine 1×1 der multimodalen Mobilität. Unter: https://busse-und-bahnen.nrw.de/service-organisation/projekte/multimodale-mobilitaet/das-kleine-1×1-der-multimodalen-mobilitaet/, (abgerufen: 12.06.2018)
  • Ministerium für Verkehr NRW. (o. J. (-b)). Multimodal: Status Quo oder Zukunftsmusik? Unter: https://busse-und-bahnen.nrw.de/service-organisation/projekte/multimodale-mobilitaet/multimodal-status-quo-oder-zukunftsmusik/, (abgerufen: 12.06.2018)
  • Prof. Dr.‐Ing. Vortisch, P., Dr.‐Ing. Chlond, B., Dipl. rer. pol. Weiß, C., Dr. Streit, T., Dipl.‐Ing. Wirtz, M., & Prof. Dr.‐Ing. Zumkeller, D. (2012). Deutsches Mobilitätspanel (MOP) –

    wissenschaftliche Begleitung und erste Auswertung; Bericht 2011/2012: Alltagsmobilität und Tankbuch (S. 114). Karlsruhe: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Verkehrswesen. Unter: https://mobilitaetspanel.ifv.kit.edu/downloads/Bericht_MOP_11_12.pdf, (abgerufen: 12.06.2018)

  • VCD Verkehrsclub Deutschland e.V. (o. J.). Multimodalität und Intermodalität. Unter: https://www.vcd.org/themen/multimodalitaet/schwerpunktthemen/was-ist-multimodalitaet/, (abgerufen: 12.06.2018)
  • Von der Ruhren, S., Rindsfüser, G., Beckmann, K. J., Kuhimhof, T., Chlond, B., & Zumkeller, D. (2003). Bestimmung multimodaler Personengruppen (BMP03) (No. 03). Aachen/Karlsruhe. unter: https://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/353986/, (abgerufen: 12.06.2018)