Das Projekt

Die Stadt wimmelt und summt. Alles bleibt immer in Bewegung und wir mittendrin. Der Straßenraum wird dabei zur Barriere. Asphalt und Beton prägen das Bild. Auf breiten Hauptverkehrsachsen fließen Massen an Autos tagtäglich durch die Stadt und Wohnstraßen werden links und rechts von parkenden Fahrzeugen gesäumt. Dabei kann der Raum doch so viel mehr. In Anbetracht von Klimawandel, der Bewegung “Recht auf Stadt” und der digitalen Revolution, fragen wir uns: Wie kann Straßenraum anders gedacht werden? Wir wollen erforschen, wie wir back to the roads kommen können.

 

back to the roads ist ein selbstorganisiertes, interdisziplinäres Projekt von Studierenden des Fachbereichs 06 Architektur, Stadtplanung & Landschaftsplanung der Universität Kassel im Sommersemester 2018. Es dient der Organisation des Planer*innentreffens in Kassel im Herbst 2018. Beim sogenannten PIT kommen Studierende der Stadt- und Raumplanung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einmal im Semester zusammen, um sich mit relevanten stadtplanerischen Themen sowie hochschulpolitischen Belangen zu beschäftigen, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Angesichts stetiger Veränderung unserer Mobilität ist der Umgang mit Verkehr und seinen Flächen so aktuell wie lange nicht. Nach wie vor ziehen die großen Städte Unmengen an Verkehr mit sich und die Verkehrsinfrastruktur kommt an ihre Belastungsgrenzen. Dabei wird seit Jahren über eine Verkehrswende diskutiert. Forderungen nach einer Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und dem Ausbaus der Nahmobilität werden laut. In Anbetracht von Diesel-Skandal, Überschreitung von Schadstoffgrenzwerten, verstopften Innenstädten und Klimakrise werden Städte gezwungen zu handeln. Neue Konzepte wie Carsharing, der Ausbau des Radverkehrsnetzes sowie intermodale Strukturen sind gefordert und sollen den Nutzer*innen nachhaltige Alternativen zum Individualverkehr bieten.
Neben den Umweltbelangen spielt Mobilität auch in sozialer Hinsicht eine wichtige Rolle. Denn selbstbestimmte und unabhängige Teilhabe am öffentlichen Leben ist eng mit dem Zugang zu adäquaten Verkehrsmitteln geknüpft. Insbesondere in ländlichen Regionen kann dieser Missstand durch mangelhafte verkehrliche Erschließung deutlich werden.
Darüber hinaus prognostizieren Forscher*innen eine grundlegende Veränderung der Infrastruktur. Durch autonome Fahrzeuge, Digitalisierung und Smart City zeichnet sich eine Revolution des
Verkehrs ab. Dies bedeutet einen Umbruch der Ansprüche an Verkehrswege und des Verkehrsverhaltens. Dabei wird auch der Einfluss auf bestehende Infrastruktur und Verkehrsflächen diskutiert. Wenn wir in Zukunft geringere Verkehrsflächen beanspruchen: Wie wird mit dem Bestand umgegangen? Potenziale dieser Flächen können schon heute erforscht werden.
back to the roads will diesen Fragen rund um Bewegung in der Stadt Kassel auf den Grund gehen. Es will erkunden, wie Planer*innen auf sich wandelnde Technik und Ansprüche reagieren können. Es will aufzeigen, welche Benachteiligungen durch die Linse des Verkehrs offensichtlich werden. Es will experimentieren, wie die Stadtgesellschaft Einfluss auf die Nutzung und Gestaltung des öffentlichen Raums und der Verkehrsflächen nehmen können.