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Anmeldung

Am Donnerstag bilden die Hochschulpolitischen Workshops den inhaltlichen Einstieg ins PIT. Hierfür bereitet der Bundesfachschaftsrat Stadt- und Raumplanung die Inhalte vor. Inspiriert durch das Thema back to the roads bietet sich so die Gelegenheit für die verschiedenen teilnehmenden PIT-Hochschulen aktuelle Themen aus dem Studium anzusprechen. Die Workshops reichen dabei von internen Fragen aus den Fachschaften bis zu einer Auseinandersetzung mit Fragestellungen aus dem Studium.

Freitag und Samstag finden dann diverse Workshops verteilt in der ganzen Stadt statt. Schwerpunkte sind die Auseinandersetzung mit Mobilität und dem Öffentlichen Raum.

Lies dir die Beschreibungen der Workshops gut durch, damit du eine passende Auswahl für dich findest. Im Formular am Ende der Seite kannst du dann deine Auswahl abgeben. Viel Spaß beim Stöbern!

Die Workshops im Überblick

Die Hochschulpolitischen Workshops bilden am Donnerstag den Einstieg ins PIT. Hierfür bereitet der Bundesfachschaftsrat Stadt- und Raumplanung die Inhalte vor. Inspiriert durch das Thema back to the roads bietet sich so die Gelegenheit für die verschiedenen teilnehmenden PIT-Hochschulen aktuelle Themen aus dem Studium anzusprechen. Die Workshops reichen dabei von internen Fragen aus den Fachschaften bis zu einer Auseinandersetzung mit Fragestellungen aus dem Studium.

Worthülse Interdisziplinarität

Stadt- und Raumplanung existiert quasi nur im deutschsprachigen Raum. In anderen Ländern kommen unsere Kolleg*innen aus dem Bereich der Architektur, oder der empirischen Sozialforschung. Wir sind Teil einer Profession, die sich nicht nur als Gestalterin, sondern auch als Moderatorin betrachtet. Das funktioniert nur mit einem breiten Verständnis für die Menschen mit denen wir arbeiten. Hilft uns die Interdisziplinarität dabei? Und was bedeutet es eigentlich interdisziplinär zu arbeiten? Ist es nötig sich so sehr zu spezialisieren? Anderswo funktioniert es doch auch? Wir wollen uns zu diesem Thema Gedanken machen und auch vergleichen wie unterschiedlich diese Philosophie an unseren Hochschulstandorten gelebt wird.

Sascha aus Cottbus & Moritz aus Erfurt

Wie queer ist die Planung? Praktische und theoretische Annäherung

Über Stichworte wie Sicherheit, Öffentlichkeit, Privatheit, Begegnung und Versorgung setzen wir uns in unserem Workshop aus einer queer-feministischen Perspektive kritisch mit dem klassischen Planungsdiskurs zu öffentlichem Raum auseinander. Wir fragen: Für wen ist der öffentliche Raum geplant? Welche heteronormativen Annahmen sind Grundlage moderner Planungspraxis? Wie gehen Communities, die sich jenseits der klassischen Vision der Planung und der Binaritäten der Planungsdisziplin befinden, mit öffentlichem Raum um? Wir wollen uns darüber austauschen, wie Planende diskriminierte Nutzer*innen besser berücksichtigen und von den Erfahrungen dieser Communities und deren Umgang mit Stadt lernen können.

Paulina & Colin aus Berlin

It’s a man’s Stadt (?)

Wir beschäftigen uns in diesem Workshop mit der Relevanz von Geschlechtergerechtigkeit für die planerische Disziplin und reden über den Stellenwert von Gender und Feminismus in unserem Curriculum . Werden diese heutzutage in Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft durchaus virulenten Themen angemessen in unserem Lehrplan berücksichtigt? In welchen Lehrformaten und in welchem Umfang? Wie stehen sie im Verhältnis zu anderen Inhalten?
Zudem wird auch ein kleines theoretisches Fundament in Sachen Gender und Planung geboten, durch einen kurzen fachlichen Input sowie das Lesen und Diskutieren von Auszügen relevanter Literatur.
Ziel des Workshops soll es sein, ein persönliches und fachliches Bewusstsein für die Relevanz von Genderfragen für Planungsfragen zu entwickeln, den aktuellen Stand der Lehre zu evaluieren und hierzu Position zu beziehen.

Cassandra & Max aus Weimar

Durch die Lüfte oder auf Schienen – Das Dilemma der Wahl zwischen Fliegen oder Bahnfahren

Entweder wir fliegen am Freitag 2. November mit der 8 Uhr 10 Maschine von Berlin-Tegel nach München und am folgenden Sonntag um 18:45 wieder zurück, die Flüge dauern jeweils gut 1.5 Stunden und kosten uns knapp 100 Euro, oder wir steigen in die Bahn, da dauert eine Fahrt 4.5 Stunden und wir bezahlen gesamthaft 60 Euro mehr. Wie entscheiden wir uns?

  • Dieser HoPo will sich dem bekannten Dilemma widmen, in welchem wir alle womöglich schon mal drinsteckten, und soll folgende Punkte bearbeiten:
  • In einer Grundsatzdiskussion wollen wir Gründe für die Wahl des einen oder anderen Verkehrsmittels sammeln. Dies als Basis für den HoPo.
  • Dann wollen wir klären, ob es einen Unterschied ausmacht, wie lange man sich am Zielort aufhält. Unterscheiden sich ein Wochenendtrip in Lissabon mit einem einmonatigen Surftrip in   Portugal?
  • Die Bedeutung von Zeit respektive der Zeitersparnis soll ebenfalls miteinander besprochen werden, da dies ein gern genanntes Argument ist. Beispiel: «Ich spare damit 3 Stunden, die kann ich für etwas Besseres verwenden als in der Bahn rumzusitzen.»
  • Und zu guter Letzt wollen wir uns alle gemeinsam mit Argumenten rüsten, um an einer Stammtischdiskussion geschickt Paroli bieten zu können.

Solltest du dich jetzt angesprochen fühlen und Lust bekommen haben am HoPo teilzunehmen, freuen wir uns auf dein Erscheinen. Kleine Aufgabe im Vorhinein: Überleg dir ma,l wie viele Kilometer du in den letzten fünf Jahre jeweils mit der Bahn und dem Flieger zurückgelegt hast.

Reto & Jan aus Rapperswil

Umwelt, unsere Verantwortung als Planer*innen

Aufgrund der heutigen klimatischen Entwicklungen wird der Ruf nach einer nachhaltigen Planung immer lauter. Das Klima verändert sich massiv. Die Auswirkungen und Veränderungen kann man besonders in den Städten spüren.
Hitzewellen im Sommer mit Trockenheit und Dürren sowie schneelose verregnete Winter. Gerade diesen Sommer hatte Europa mit einer langanhaltenden Hitze und Trockenheit zu kämpfen. Große Murgänge, Hochwasserereignisse und Flächenbrände treten in höheren Ausmaßen auf. Die Häufigkeit dieser extremen Wetterereignissen steigt stetig und die Auseinandersetzung mit solchen Thematiken ist unumgänglich.
Als Planer*in ist es unsere Aufgabe, auf solche Ereignisse zu reagieren und großen Schäden vorzubeugen. Wie geht die Lehre mit einer solchen Präventionsplanung um? In welcher Form wird man im Studium darauf vorbereitet? Welche Informationen brauchen wir für eine ereignisgerechte Planung? Wie können wir Städte dem veränderten Klima anpassen? Wie kann man Schutzmaßnahmen kreativ ins Stadtbild einbinden?

Ursina aus Rapperswil & Stephanie aus Cottbus

Zukunftsorientierte Mobilitätsangebote für Studierende: Klassisches Semesterticket oder mehr?

Habt ihr ein Semesterticket? Oder fahrt ihr sowieso lieber mit dem Auto oder Rad zur Uni? Welche Tickets/Mobilitätsangebote für Studierende gibt es in eurer Stadt/eurem Land? Was wird genutzt und was fehlt euch? Was braucht ihr und auf was könnt ihr gut verzichten?
Zusammen mit euch möchten wir unter anderem diskutieren, ob ein Semesterticket solidarisch finanziert werden sollte oder ob jede*r selbst entscheiden können soll, ob man ein Semesterticket kaufen möchte oder nicht. Ein Ticket allein bringt aber noch nichts, wenn das Angebot nicht stimmt! Dabei geht’s aber nicht nur um den Preis. Deswegen möchten wir eruieren, ob das klassische Semesterticket vielleicht überdenkt werden sollte und ein kombiniertes Mobilitätspaket nicht die bessere Lösung wäre. Dazu möchten wir die Angebote eurer Hochschulen/Länder vergleichen. Mittels Best-Practice Beispielen und unseren Anforderungen sowie Ideen erarbeiten wir dann ein Wunsch-Mobilitätskonzept.

Stefan & Fynn aus Rapperswil

Hochschultag

Der Hochschultag der nationalen Stadtentwicklungspolitik findet jährlich abwechselt in Berlin und einer anderen Stadt statt und behandelt an zwei Tagen inhaltliche und hochschulinterne Thematiken. Organisiert wird er von einem Kreis aus Interessent*innen, der aus Beamt*innen, Professor*innen, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und Studierenden besteht.
In dem HoPo-Workshop werden wir kurz einen Rückblick über den letzten Hochschultag und einen Ausblick auf den Nächsten geben, Kritik an der Durchführung und Themensetzung sowie mögliche Punkte für zukünftige Hochschultage sammeln.

Lizanne & Bene aus Hamburg

Deeper Learning – zeitgemäße Wissensvermittlung

Du bist unzufrieden mit der Qualität und Art der Lehre an deiner Hochschule? Lehrinhalte und Lernmedien verändern sich permanent. Wir gehen gemeinsam der Frage nach, ob die an unseren Hochschulen praktizierten Formate heutzutage noch zeitgemäß sind und machen uns auf die Suche nach innovativen Konzepten der Wissensvermittlung. Im Zuge dessen beschäftigen wir uns unter anderem damit, wie man den öffentlichen Raum in der Lehre aktiv integrieren und somit einen direkten Bezug zu gelernten Inhalten herstellen kann.

Anna & Philip aus Wien

Recht auf Stadt – Lehre, Wissensstand, Definition

Was ist das eigentlich, dieses “Recht auf Stadt”? Ist es für alle da, werden alle berücksichtigt und kommt wer zu kurz? In diesem HoPo wollen wir uns zunächst mit dem Verständnis auseinandersetzen, auch unter Berücksichtigung von Fallbeispielen. Außerdem interessiert uns, ob und wie dieses Thema in der Lehre vermittelt wird. Was verstehen unsere Professor*innen darunter oder wird uns das Thema überhaupt vermittelt? Diesen Fragen wollen wir gemeinsam auf den Grund gehen, wobei auch die eigenen Erfahrungen der Teilnehmer*innen einfließen sollen.

Lena & Nicole aus Dortmund

Politik im Studium

„Wer gescheit ist treibt keine Politik.“ Dieses Zitat stammt von dem griechischen Philosophen Epikur von Samos (341 – 271 v. Chr.) und ist auf viele Hochschulen anwendbar. Zumindest was ihre politische Haltung angeht. Während man im Alltag quasi dauerhaft mit Politik und politischen Meinungen in Kontakt tritt, halten sich Hochschulen meist bedeckt und tragen keine politische Haltung nach außen. Den Fachschaften wird durch die Richtlinien der Hochschulen ähnliches vorgeschrieben. Im HoPo ‚Politik im Studium‘ sollen genau diese Tatsachen genauer beleuchtet und hinterfragt werden. Sollten sich Hochschulen mehr politisch positionieren? Sollten Fachschaften für politische Veranstaltung werben dürfen? Sollen politische Veranstaltungen auf Hochschulgeländen stattfinden? Wie politisch darf die Lehre sein? Die direkte Beantwortung dieser Fragen soll nicht das Ziel des Hopos sein. Vielmehr soll der Austausch und Vergleich über die Herangehensweisen der unterschiedlichen Hochschulen an das Oberthema Politik im Fokus stehen und Grundlage für Diskussionen bilden.

Johan aus Cottbus

Frei?Raum!

Die Freiräume des Campus, Foren studentischen Lebens, stehen in diesem Workshop als Orte ständiger Aushandlungs- und Veränderungsprozesse im Fokus. Hinter dem programmatischen Titel „Frei?Raum!“ steckt das Bedürfnis, sich dem vielschichtigen Verhältnis der Nutzung von und der Einflüsse auf Freiflächen durch Fachschaften, Hochschulen und andere Akteure widmen. Die Fragen, die wir stellen möchten, befassen sich damit, inwiefern Freiräume bestehen, geschaffen und mitgestaltet werden (können). Erstes Ziel ist, auf der Basis unseres Austauschs über Situation und Fallbeispiele an unseren Hochschulen einen Überblick über Möglichkeiten und Organisation der jeweiligen Freiräume zu erarbeiten, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und Problematiken anzusprechen. Mit dem Wissen um die bestimmenden Faktoren, wie rechtliche Rahmenbedingungen oder hochschulpolitische Strukturen und Interessen, möchten wir über Möglichkeiten und Notwendigkeit, Vorteile und Nachteile aktueller oder möglicher Organisations- und Partizipationsstrukturen diskutieren. Die aus diesem Austausch hervorgehenden Schlüsse bilden die Basis für eine Bewertung der aktuellen Situation und möglicherweise die Nennung und das Entwerfen von alternativen Freiraumkonzeptionen hinsichtlich der Organisationsstrukturen von Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten im hochschulpolitischen Kontext.

Wir bitten alle Teilnehmenden im Vorhinein zu folgenden Fragen zu recherchieren:

  • Bei wem liegen die Eigentums- und Nutzungsrechte der Liegenschaft?
  • Wer initiiert Gestaltung und organisiert Verwaltung?
  • Gibt es Initiativen, Projekte, Institutionen, die ihr als Beispiele einbringen könnt?

Lukas aus Weimar & Kevin aus Kaiserslautern

Back to the gleichwertige Lebensverhältnisse

Am 18.07.2018 wurde von der Bundesregierung die Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ eingesetzt. Diese tritt, wie der Name vermuten lässt, mit dem Ziel an, für gleichwertige Lebensverhältnisse durch ein neues Fördersystem für strukturschwache Regionen zu sorgen. Die Regierung nennt als Ansatzpunkte die Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten, die Sicherung der Daseinsvorsorge oder auch die Abwanderung von Arbeitskräften. Doch was sind gleichwertige Lebensverhältnisse im rechtlichen Sinne, in unserer eigenen Wahrnehmung und was bedeutet die Schaffung dieser für uns Planer*innen? In diesem HoPo wollen wir diskutieren, das Verständnis über dieses aktuelle und politische Thema schärfen und mitunter eigene Forderungen an die Kommission formulieren. Wenn ihr euch damit bereits auseinandergesetzt habt oder noch nie was davon gehört oder irgendwas dazwischen, seid ihr hier genau richtig!

Moritz & Timo aus Kaiserslautern

Wie umweltgerecht bist Du unterwegs?

Wie oft hat man morgens vor der Uni den Gedanken: „Jetzt fahre ich schon wieder mit dem Auto, stehe im Stau und verpeste die Umwelt. Dabei bin ich doch auf einer Hochschule, die sich sowohl planerisch als auch ideologisch mit unserer Zukunft auseinandersetzt. Und doch tue ich gerade genau das Gegenteil. Sollte ich nicht eigentlich etwas an meinem Verhalten ändern, um mit gutem Beispiel vorangehen zu können und glaubwürdig zu bleiben?“
Doch mit der Bahn pendeln ist zu stressig und finanziell nicht möglich, da diese überfüllt, generell zu spät und abartig teuer ist?  Oder aber ist man in der Position, in der Nähe der Ausbildungsstätte eine Wohnung zu haben, die man mit Fahrrad oder gar zu Fuß erreichen kann.? Hat man in diesem Fall sogar eine andere Meinung über den Pendlerverkehr. Oder verzichtet man lieber auf einen Besuch bei der Familie, um nicht zu viel hin und her zu fahren und seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu verbessern?
Andersherum gefragt: Gibt es überhaupt „umweltgerechten“ Verkehr? Kollidieren die beiden Wörter nicht sogar miteinander? Stehen sich der private, bequeme Lebensstil mit der Überzeugung nachhaltiger zu leben im Weg?
Gemeinsam wollen wir verschiedene Ansichten diskutieren und herausfinden, was unsere verschiedenen Positionen zu umweltgerechtem Verkehr sind, welche Lösungen es für uns, aber auch für die Hochschule gibt, die Möglichkeiten zu verbessern, um einem mit sich selbst verträglichen Standard zu erschaffen.

Henner & Tamara aus Nürtingen

Master Mobilität

Wie geht es nach dem Bachelor weiter? Wenn du Interesse an einem Master hast und noch nicht genau weißt wohin die Reise gehen soll, dann bist du hier genau richtig! Wir wollen uns mit den verschiedenen Masterstudiengängen auseinandersetzen und schauen ob es neben dem konsekutiven Masterstudiengang an deiner Bachelor-Hochschule auch noch was anderes sein kann…
Welche Masterstudiengänge gibt es und wieso fällt die Entscheidung vielleicht auf genau diesen einen gewünschten Master? Ist es das Wetter, die Lage, die Mentalität, PIT-Freundschaften oder doch die Studieninhalte?
Aber es muss auch nicht immer Berlin, Cottbus, Dortmund, Erfurt, Hamburg, Kaiserslautern, Kassel, Nürtingen, Rapperswil, Weimar oder Wien sein. Durch die Bologna-Reform gibt es ein fast endloses Angebot von Studiengängen. In diesem Workshop sollen Möglichkeiten nach dem “idealen” Masterstudium erörtert werden. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann bei der Masse an Möglichkeiten natürlich nicht gegeben werden, jedoch wollen wir ein möglichst breites Spektrum abdecken.

Bist du eher Stubenhocker*in oder Weltenbummler*in und wo geht die Reise hin?

Christian aus Hamburg, Odysseas aus Wien & Andreas aus dem E-PIT

How to PIT

Tradition versus Veränderung. Neu versus Alt. Was ist eigentlich dieses „PIT“ und warum ist es so?
Wir wollen uns im HoPo „How to PIT“ mit der Thematik auseinandersetzen, was ein PIT alles sein darf, kann und muss. Was sind die Grundbausteine eines PITs und welche Veränderungen darf ein Planer*innentreffen erfahren?
Warum wir das wissen wollen? Ganz einfach. 2019 findet das PIT wieder in der Schweiz statt. Andere Länder, andere Sitten. Das ist gut. Oder etwa nicht? Die Organisation dieses Events stellt uns in der Schweiz, bzw. in Rapperswil vor große Herausforderungen. Die Schule unterstützt uns nicht so, wie wir es uns wünschen. Das Geld ist knapp. Oder darf ein Teilnehmer*innenbeitrag auch mal 100 € kosten?
Im Workshop werden Lena und Max aus Rapperswil mit den Teilnehmenden diskutieren, welche Veränderungen am System „PIT“ vorgenommen werden dürfen, damit es für möglichst viele Teilnehmenden weiterhin das bleibt was es ist: Ein Treffen von Planenden für Planende über mehrere Tage, in dessen Zentrum der Austausch, die Hochschulpolitik und das Soziale stehen. Die Ergebnisse der Diskussion werden als Grundlage dienen für die Planung des PIT Rapperswil 2019.

Wir freuen uns auf euch und eure Inputs.

Lena & Max aus Rapperswil

ÖPNV zum Nulltarif – Die Lösung für weniger Autos auf den Straßen und somit einer umweltfreundlicheren Stadt?

Autos in der Stadt und auf dem Land sind schädlich für unsere Umwelt. Täglich werden Tonnen von Abgasen ausgestoßen und der öffentliche Raum ist voll mit Parkplätzen und vierspurigen Straßen, die Lärm verursachen und unsere Stadträume zerschneiden. Vor allem innerhalb der Stadt bietet der ÖPNV eine gute, klimafreundlichere Alternative zum Auto. Doch wer erst einmal im Auto sitzt, steigt so schnell nicht wieder aus. Es stellt sich die Frage: Wie können besonders Autofahrer*innen davon überzeugt werden, den ÖPNV zu nutzen?
Die belgische Stadt Hasselt bot von 1997 bis 2013 einen steuerfinanzierten ÖPNV an. Pro Jahr zahlte jede*r Steuerzahler*in 18 € für den „kostenlosen“ ÖPNV. Die Einführung des „kostenlosen ÖPNVs” führte dazu, dass 23 % der Personen, die vorher Auto oder Motorrad gefahren sind, auf den ÖPNV umstiegen. Allerdings taten dies auch 32 % der Radfahrer*innen und Fußgänger*innen. Letzteres ist kein gewünschter Effekt des ÖPNV zum Nulltarif, da Radfahren und zu Fuß gehen klimaneutrale Fortbewegungsarten sind.
Innerhalb des Workshops werden wir uns neben Hasselt noch weitere Konzepte des ÖPNVs zum Nulltarif ansehen. Außerdem stellen wir euch die die Kasseler Initiative zum Thema vor. Anschließend wollen wir die verschiedenen Konzepte diskutieren und eine eigene Konzeptskizze erstellen. Die Konzeptskizze soll vor allem darauf zielen, dass  Autofahrer*innen auf den ÖPNV umsteigen, ohne dass viele Radfahrer*innen und Fußgänger*innen dasselbe tun. Dazu werden wir vorerst in die Rollen verschiedener Personen schlüpfen, um die Vorteile des ÖPNVs bzw. des Autos für verschiedene Menschen zu beleuchten. Die Konzeptskizze kann Finanzierung, Marketingmaßnahmen oder auch bauliche Maßnahmen beinhalten.

Hannah

Die phänomenologische Methode. Ein nachhaltiges Denkwerkzeug  

Mit Merleau-Ponty vom rechten Arm zum Aschenbecher

Interdisziplinarität, juhu! Haben wir alle schon mal gehört, finden wir super, erleben tun wir sie im Unialltag aber eher selten. Das PIT 2018 bietet euch die Möglichkeit, einen Einblick auch in andere Fachbereiche zu erhalten. Also Butter bei die Fische: Zeit für zwei neue Ps im PIT. Phänomenologisch Philosophischer Planer*innen Workshop.
Den großen Worten Descartes „Ich denke, also bin ich“ zum Trotz wollen wir die Mauern unseres rationalistischen Denkens einreißen und eintauchen in die fabelhafte Welt der Phänomenologie. Dabei werden wir die Beziehung zwischen Subjekt und Umwelt völlig auseinandernehmen und das erkunden, was passiert, wenn wir unsere Umgebung wahrnehmen. Kurz gesagt: Es geht um das „Dazwischen“. Wie das funktioniert und was Phänomenologie bedeutet, wollen wir anhand unterschiedlicher Konzepte über menschliche Raumwahrnehmung sowohl theoretisch als auch praktisch erarbeiten. Exemplarisch widmen wir uns einem Textauszug von einem der bekanntesten Vertreter dieser Denkströmung: Merleau-Pontys Phänomenologie der Wahrnehmung. Vom Subjekt mit Arm und Bein, vorbei an Aschenbechern und Rotweingläsern wird sich durch den siebenseitigen Text in den Raum hineingedacht. Dabei wollen wir den Gesetzen menschlicher Orientierung und Raumwahrnehmung auf den Grund gehen. Ziel soll es sein, die phänomenologische Methode als ein dauerhaftes, nachhaltiges Denkwerkzeug zu erarbeiten. Der philosophische Input bietet zudem allerhand Raum, die erarbeiteten Kenntnisse im Kontext des Planer*innen-Alltag zu diskutieren, denn: Nicht nur denken bestimmt das Sein, auch das Planen und Bauen!

Melina

Rollen mit den Besten – ein Perspektivwechsel

Barrierefreiheit. Der Begriff und die Anforderungen, die damit einhergehen, sind allen bekannt. Aber was für die Betroffenen dahinter steckt, ist den wenigsten bewusst. Denn wann kommt man schonmal dazu, die Perspektive eines Rollstuhlfahrenden, eines Gehörlosen oder Blinden einzunehmen? In diesem Workshop werden wir zunächst versuchen, unsere Barrieren im Kopf zu überwinden. Wir müssen die Situation von Menschen mit Einschränkungen verstehen, mit ihnen sprechen, die realen Herausforderungen selbst erfahren, bevor wir uns dem Thema planerisch nähern können. Dabei soll es nicht um DIN-Normen gehen, sondern um persönliche, praktische Erfahrungen. Diesen Perspektivwechsel wollen wir versuchen, indem wir einen Rundgang durch Kassel mit Rollstuhl, Kinderwagen, Blindenstock und Ohrschutz wagen, bei dem sich jede*r in die Lage eines auf Barrierefreiheit angewiesenen Menschen versetzen kann. Wir werden diverse Alltagssituationen bewältigen um herauszufinden, wo überall Komplikationen entstehen könnten. Wie schwierig ist es zum Beispiel, eine behindertengerechte Toilette aufzufinden oder einfach nur Geld vom nächsten Bankautomaten abzuheben? Dabei werden wir viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln, die wir im Anschluss gemeinsam diskutieren und reflektieren. Darüber hinaus wollen wir mit eingeladenen Expert*innen und Betroffenen ins Gespräch kommen.

Lara, Simon, Paul & Jasper

Ist das Kunst oder kann das weg?- Charakterbildende Kunstwerke im Stadtraum

Wie oft stehen wir vor Kunstwerken im öffentlichen Raum, bestaunen sie, verstehen vielleicht auch den Sinn dahinter und trotten weiter? Leider viel zu oft! Selten nehmen wir uns die Zeit und lassen die Kunst und das Umfeld auf uns wirken. Denn Kunst kann so viel mehr sein als nur ein einzelnes Werk eines Künstlers oder einer Künstlerin. Kunst im öffentlichen Raum prägt das Stadtbild und verleiht Städten eine eigene Identität. Im Fall der Stadt Kassel wird die Thematik „Kunst im öffentlichen Raum“ besonders im Zuge der documenta ersichtlich. Viele der zur 100-tägigen Weltausstellung entworfenen Kunstwerke sind heute noch erhalten und prägen das Kasseler Stadtbild. Im Laufe des Workshops werden wir uns auf eine Art „Spurensuche der Kunst“ begeben und uns mit hinterbliebenen oder auch Resten der ehemaligen Kunstwerke befassen. Dabei stellen wir uns unter anderem die Fragen: Auf welche Art und Weise kann Kunst im öffentlichen Raum einen Stadtraum beeinflussen? Wie setzen sich die schöpferischen Gestalten mit der Natur und dem Umfeld auseinander? Welche Auseinandersetzungen birgt Kunst im öffentlichen Raum? Am Ende des Workshops wird ein Mobile gebaut, woran die selbst gezeichneten Skizzen oder Fotos der gemeinsamen Kasseler „Spurensuche der Kunst“ aufgehangen werden. Unser Mobile wird mit den vielen unterschiedlichen Ergebnissen selbst zum Kunstwerk und rundet unseren Workshop ab.

Rina & Theresa

Zeitreise durch Kassel: Vom Luftschutzbunker zum Freiraum der Zukunft

Kassel präsentiert sich heute als moderne Stadt mit Charme der 50er Jahre, deren über tausendjährige Geschichte nicht mehr anhand der städtebaulichen Gestalt abzulesen ist. Die einschneidendste Veränderung brachte die radikale Zerstörung im Zweiten Weltkrieg mit sich, bei der etwa 97 % der eng bebauten, mittelalterlichen Altstadt dem Erdboden gleich gemacht wurde. In unserem Workshop begeben wir uns auf eine Zeitreise durch die Kasseler Stadtgeschichte: von den Bombennächten zum Wiederaufbau bis hin zum heutigen Stadtbild und zukünftigen Visionen.
Im Rahmen einer Führung werden wir zunächst einen Luftschutzbunker erkunden, der im Zweiten Weltkrieg über 7.000 Menschen Schutz bot. Es wird dunkel, eng und kalt. Darüber befindet sich der sogenannte Weinberg Kassels, der – ebenfalls zerbombt – einen vielfach umgenutzten Freiraum darstellt. Die Analyse seiner heutigen Nutzungen und Aneignungen bildet den Auftakt zu unserem anschließenden Stadtspaziergang durch die von Nachkriegsbauten geprägte Kasseler Innenstadt. Der Fokus liegt dabei auf den kontrastierenden Freiräumen einer autogerechten und gleichzeitig grünen Stadt, wie sie nach dem Krieg entstand: Es ist ein Nebeneinander eines vom MIV stark belasteten Ringstraßensystems mit der ersten Fußgängerzone Deutschlands und einem innerstädtischen Park von 150 Hektar. In einem World Café wollen wir über vergangene Leitbilder und unterschiedliche Freiraumtypen diskutieren und darauf aufbauend versuchen, den “Freiraum der Zukunft” für Kassel zu skizzieren. Von Rückbesinnungen auf Vergangenes – “back to the roots” – bis hin zu utopisch-futuristischen Entwürfen ist alles erlaubt, denn Kassel mag es facettenreich.

Annika, Sophie & Miriam

Stadt für/mit Obdachlosen

Ein Dach über dem Kopf, ein Zuhause zu haben, ist für uns selbstverständlich. Wir denken nicht weiter darüber nach. Wenn uns unsere eigene Decke auf den Kopf fällt, gehen wir einfach raus – immer im Hinterkopf, wieder nach Hause kommen zu können. Es gibt eine ganze Menge Menschen in Deutschland, die das nicht können. Menschen, die einfach kein Zuhause, kein Dach mehr haben. Verloren durch die unterschiedlichsten Gründe. Nicht nur, dass sie mit dem Verlust genug gestraft wären – sie werden auch gesellschaftlich verbannt und im schlimmsten Fall vertrieben. In unserem Workshop beschäftigen wir uns mit den Gründen, warum jemand sein Zuhause verliert, wie er oder sie damit umgeht und wie wir als Gesellschaft dazu stehen. Im Begegnungscafé möchten wir alle beteiligten Menschen sensibilisieren, ein Herz für andere zu haben. Obdachlose, die sich beteiligen, sollen lernen, dass sie ein Teil der Gesellschaft sind. Stadtbewohner*innen sollen lernen, ihre Augen und Herzen offen zu halten; insbesondere für Menschen, denen es schlechter geht. Sie sollen empfänglich werden, für die Geschichten dahinter und dass Obdachlosigkeit kein alleiniges Problem der unteren sozialen Schichten ist.
Mit unseren gewonnen Erkenntnissen werden wir versuchen, erste Grobkonzepte zu entwickeln, wie man als Planer*in diese sozialen Aspekte städtebaulich einbeziehen kann. Muss man sich überhaupt gedanklich mit der Problemstellung auseinandersetzen? Wenn ja, in welchem Umfang? Wenn nein, warum nicht? Wir freuen uns auf anregende Gespräche, neue Erkenntnisse, andere Sichtweisen und spannende Wegweiser.

Anna, Tülay & Cora

7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung

7000 Eichen gibt es in Kassel. Vielleicht schon mal gehört? Vielleicht auch nicht, ganz egal. Ich freue mich, wenn Du Lust hast, ein paar davon zu entdecken. Dafür wäre es super, wenn Du gutes Wetter und Lust aufs Radfahren mitbringst, da wir nämlich ein paar Stunden draußen in der Herbstsonne unterwegs sein werden. Neben den 7000 Eichen zeige ich Dir auch ein paar schöne (und weniger schöne) Ecken von Kassel, Du erfährst, warum die documenta Kassel so besonders macht und was Joseph Beuys unter Stadtverwaldung versteht. So schön und einfach wie das klingt, einer Stadt auf einen Schlag 7000 Bäume zu schenken, war das nämlich 1982 nicht. Damals gab es einen riesigen Aufschrei der Kasseler Bürger*innen im O-Ton: “Diese Bäume machen ganz viel Dreck und nehmen mir meine Parkplätze weg!”
Heutzutage wissen viele Kasseler*innen nicht mehr was dahintersteckt, wer die Bäume gepflanzt hat und was der Stein daneben eigentlich soll. Dass sich hinter Baum und Stele eine ganze Menge Kunstwerk verbirgt, darüber wollen wir im Workshop sprechen. Es wird auch darum gehen, wie lange so ein Baumleben in der Stadt dauert und was passiert, wenn mal einer umfällt. Und natürlich soll auch die soziale Plastik nicht auf der Strecke bleiben, denn die kann eine ganze Menge für das Planerdenken mitgeben.
Neben ganz vielen Kassel-Eindrücken wirst Du aus diesem Workshop also das Erlebnis einer unsichtbaren documenta-Skulptur, bestimmt ein paar neue Lieblingsbäume und viele Ideen für soziale Teilhabe in der Stadt mit nach Hause nehmen.

Cara

Farben über Grau

Deine Oma sagt: “Graffiti machen nur Kriminelle!”

Der Kunstlehrer sagte früher: “So spirituell und so frei…”

Im alltäglichen Leben begegnet es uns immer wieder, buntes auf den tristen Fassaden der Stadt. Mal entsteht es auf illegalem Weg, mal auf legale Weise. Zwischen Kunst und Vandalismus ist das Graffiti eine Form der Aneignung vertikaler Flächen im urbanen Raum, die die Gesellschaft in ihrer Meinung dazu meist spaltet. Dieser Workshop soll nicht dazu dienen, die Frage nach der Illegalität abschließend zu beantworten. Klar werden wir diese auch diskutieren, aber vorrangig wird es um die Frage gehen, in welcher Form Streetart und Graffiti die Stadt gestalten kann und wie wir als Stadtplaner*innen diese in unsere Planung mit einbeziehen können. Auch, wieso es an manchen Orten entsteht und an anderen eben nicht. Was sagt das über die vorhandene Stadtgestalt aus?
Bei diesem Workshop werdet ihr Kassels bunte Seite des öffentlichen Raums kennenlernen. Dafür werden wir mit euch durch das Schillerviertel und andere Innenstadtbereiche gehen, um verschiedenste Eindrücke zu sammeln. Welche Stile oder Künstler*innen fallen uns auf? Was wirkt für jemanden, der selbst nicht aktiv in der Szene teilnimmt, ansprechend?
Die gesammelten Eindrücke werden wir mit professioneller Unterstützung des Kasseler Projektes KolorCubes weiterverarbeiten und es besteht für euch die Möglichkeit, sich selbst an der Dose oder Farbrolle auszuprobieren.Egal, ob du eher Oma oder Kunstlehrer bist: Aus planerischer Sicht wird dieser Workshop garantiert spannend!

Arthur, Stephanie, Fabius & Lukas

teilen&verweilen two

Im Sommersemester 2018 fand in der Uni Kassel unter dem Titel „teilen und verweilen“ ein zweitägiger Workshop zum Möbelbau statt. Studierende verschiedenster Fachbereiche versammelten sich, um gemeinsam aus recycelten Materialien Tische, Stühle, Bänke und Hocker für den Campus zu bauen. Mit dem erbauten Mobiliar sollten die Studierenden und Angestellten der Uni dann in der Lage sein, Räume auf dem Campus zu bespielen, an denen Bänke und Tische nicht oder nicht ausreichend vorhanden waren. Während des PIT möchten wir das Projekt nicht nur wiederholen, sondern erweitern.
Eine kurze Einleitung soll euch einen Überblick über den Prozess und die Ergebnisse des ersten Workshops verschaffen. Außerdem wollen wir erläutern, wie einfach und anschaulich komplexe Konzepte wie Nachhaltigkeit, Allmendegut, Raumaneignung und Autonomie sein können, wenn man Theorie und Praxis zusammenführt.
Und genau deshalb werden wir im zweiten Teil des Workshops die Hämmer schwingen. Für Baumaterial und Werkzeuge wird gesorgt sein, selbstverständlich stehen wir euch mit Rat und Tat zur Seite und helfen euch beim Sägen, Bohren und Schrauben.
Am Ende des Tages habt ihr euer Heimwerker Wissen erweitert und seid stolze Erbauer*innen von Tischen, Stühlen, Fahrradständern und was uns noch einfällt, die dann während des restlichen PIT genutzt werden können. Und wenn ihr zurück in eure jeweiligen Städte fahrt, habt ihr hoffentlich richtig Lust, euch dort selber auszutoben und genug gute Gründe, um in eurer Uni viel Unterstützung zu finden. Also kommt vorbei und holt euch den Campus zurück!

Philip & Jonathan

Auf den Spuren von Lucius Burckhardt

Lucius Burckhardt (1925 – 2003) setzte sich seit den 1950er Jahren mit dem Planen und Bauen in der Demokratie auseinander. Seine scharfen Beobachtungen und kritischen Analysen haben die Gestaltung unserer Umwelt, die Lehre in den planenden Berufen und das Verständnis von Stadt grundlegend beeinflusst. Neben den Stellen als Dozent an den Universitäten Münster, Ulm und Zürich lehrte er ab 1973 als Professor für Sozioökonomie urbaner Systeme an der Universität Kassel. In dieser Zeit gründete er gemeinsam mit seiner Frau Annemarie Burckhardt die Spaziergangswissenschaft. Der Schweizer Soziologe plädierte unter anderem für die Einbeziehung unsichtbarer Zusammenhänge, Lebensformen und Handlungsweisen in den Entwurf und die Gestaltung. Er setzte sich sein Leben lang mit Fragestellungen, wie wir unsere Welt gestalten, wer das beschließt und wie die gebaute Umwelt auf uns zurückwirkt, auseinander.
In unserem Workshop möchten wir uns mit Lucius Burckhardt und seiner entwickelten Promenadologie beschäftigen. Hierbei wollen wir besonderen Augenmerk auf die Verdrängung des Fußverkehrs aus dem Straßenraum legen. Durch einen Vortrag von Professor Martin Schmitz, der die Professur für Lucius und Annemarie Burckhardt an der Kunsthochschule Kassel vertritt, sowie einen Spaziergang soll den Teilnehmenden die oben genannte Thematik näher gebracht werden. Es wird ebenfalls eine Aktion geben, welche sich mit den Fragen, inwiefern und in welchem Maße Fußgänger*innen Einfluss auf den Verkehr und die Entwicklung der Verdrängung haben können, auseinandergesetzt.

Larissa, Katharina & Mara

Raum für urbane Experimente

Während unserer kleinen Entdeckungstour durch Kassel laden wir euch herzlich dazu ein, in die Welt der Street Art und Ästhetik einzutauchen. Dabei lernt ihr zunächst bei einer Führung durch den Kasseler Underground den Verein „Raum für urbane Experimente“ kennen. Dieser beschäftigt sich mit Kassels Unterführungen und wie diese zu einem Zentrum künstlerischer Auslebung umgenutzt werden. Die Unterführung am Holländischen Platz, welche wir uns zuerst anschauen werden, beinhaltet zum Beispiel eine kleine Kunstgalerie und dient als Veranstaltungsort regelmäßiger Musikveranstaltungen und Kunstworkshops. Ein Mitglied des Vereins wird uns herumführen und uns in Hintergründe und Aktivitäten einweihen.
Da das dann aber noch lange nicht ausreicht, um Kassel mal von einem besonderen, künstlerischen Blickwinkel aus zu betrachten, wollen wir euch danach mit Hilfe der digitalen Kartierungs-App „Esri“ durch die Stadt schicken und dabei auf Schnitzeljagd gehen. Ihr habt die Möglichkeit, euch auf die Suche nach ausgewählten Graffiti-Tags im Kasseler Stadtraum zu begeben und uns dabei gleichzeitig mitzuteilen, welche Räume ihr, in Verbindung mit Street Art, ästhetisch ansprechend findet und warum.

Somit gebt ihr uns die Chance, im Zusammenspiel mit kurzen Diskussionen, welche wir zwischendurch gemeinsam führen werden, einer Antwort auf die Frage näher zu kommen, inwieweit der Stadtraum durch Graffiti bzw. Street Art aktiv positiv beeinflusst werden kann.

Linn & Milena

Kassel und seine Fulda – Mehr Leben am Fluss!

Flüsse – die Lebensadern der Menschen. Schon seit Jahrtausenden siedeln die Menschen überall auf der Welt bevorzugt an Flüssen und Bächen. Diese spendeten Trink- und Nutzwasser für den Lebensalltag, gaben Schutz und waren oft der einzige Transportweg für Warenhandel im größeren Stil. Auch noch in der Gegenwart sind Flüsse Dreh- und Angelpunkt des städtischen Lebens und werden in vergleichbaren Städten auch so inszeniert. In Kassel ist dies aufgrund seiner Geschichte bedeutend anders. Die historische Altstadt als solche ist durch Krieg und Wiederaufbau zur autogerechten Stadt kaum mehr erkennbar und die “neue Mitte” umfasst nun die Obere und Untere Königsstraße. Durch diese Verlagerung des alltäglichen Stadtlebens und die Stilllegung des Warenverkehrs verlor die Fulda an Aufmerksamkeit und Wert. Um die Zukunft der Kasseler Fulda konstruktiv zu gestalten, wurde ein Freiraumkonzept von der Stadt Kassel in Auftrag gegeben. Die Inhalte dieses Konzeptes dienen als Grundlage der Bearbeitung innerhalb des Workshops. Zu Beginn des Workshops wird ein Input über die Stadthistorie Kassels und die Relation zwischen Stadt und Fluss gehalten, indem die Umsetzung in anderen Städten ebenfalls angerissen wird. Mit den hier gesammelten Informationen werden wir uns auf eine zweistündige Exkursion rund um die Fulda begeben, wo dann in Expert*innengruppen spezifische Räume untersucht und nach Potenzialen analysiert werden. Abgerundet wird das Programm dann durch einen Gastvortrag sowie einen abschließenden Diskurs über die gewonnenen Eindrücke und die daraus resultierenden möglichen Maßnahmen.

Theo & Lennart

DIY Mobility

Die autogerechte Planung funktioniert nicht mehr. Die Straßen sind überfüllt, eine Kippe ist gesünder als eine Stunde am Stuttgarter Neckartor und die Innenstädte sind erst Parkplatz und danach Lebensraum. Die Stadtverwaltungen hängen in dem Denken der freien Fahrt für freie Bürger*innen fest und können keine neuen Ideen umsetzen, weil sie mit dem Geld Straßen sanieren müssen. Neue Akteur*innen wie Lieferdienste und on-demand-Anbieter*innen wie Uber können das Verkehrsproblem auch nicht lösen, sie tragen eher dazu bei.
Doch die Frage ist nicht, wie wir weniger Fahrzeuge auf die Straße lassen, sondern ob wir diese überhaupt noch brauchen, wenn wir die Stadt oder unser eigenes Mobilitätsverhalten verändern. Vielen ist mittlerweile bewusst, dass sie mit dem ÖPNV viel schneller durch die Stadt kommen oder mit dem Rad keinen Parkplatz mehr suchen müssen.
Als Bürger*innen sind wir in dem Spannungsfeld der kommunalen Grundversorgung und dem Hype der Unternehmen nicht nur Nutzer*innen, sondern können auch selbst als Akteur*innen agieren. Als Planer*innen haben wir die Chance, den Leuten aufzuzeigen, welche Möglichkeiten die Stadt nicht als Spannungs-, sondern als Spielfeld bietet! Im Workshop wollen wir Aktionen starten, um zu zeigen,

  • welche Auswirkung Verkehr und Mobilität auf uns und unsere Städte haben,
  • wie unsere Städte aussehen können und wie wir selbst in der Stadt unterwegs sein können

und erste Ideen direkt auf die Kasseler Straßen bringen, um den Leuten zu zeigen, dass es auch anders geht.

Maik

Nordcampus – Öffentlicher Raum oder Privileg der Bildungselite?

Der Nordcampus der Universität Kassel ist umgeben von Wohngebieten. Ein Campus, der durch Industriebauten geprägt ist und seit den 2010er-Jahren einer starken Modernisierung unterzogen wird. Modernisierung klingt ja erstmal verlockend; cool – modern – innovativ, aber wer bestimmt, wie diese Maßnahmen aussehen und ob diese überhaupt den Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzer*innen entsprechen? In der Vergangenheit, besonders auch in der jüngeren, gab es vermehrt starke Kommunikationsprobleme zwischen der Studierendenschaft und der Uni als Institution. Studentische Projekte oder Projekte verschiedenster Initiativen wurden kommentarlos in den Boden gestampft, entsorgt oder auch in Nacht-und-Nebelaktionen entfernt. Mit euch zusammen möchten wir uns den Kasseler Nordcampus einmal genauer ansehen und herausarbeiten, was gegeben sein sollte, damit ein Campus als öffentlicher Raum wahrgenommen wird. Wir möchten mit euch klären, wie der rechtliche Rahmen aussieht, ob die Bauplanung der Universität den Anspüchen der Nutzer*innen entspricht und was man besser machen könnte. Damit ihr euch einen Eindruck des Campus und der Umgebung machen könnt, ist eine Erkundung des Gebiets geplant. Anhand einer kleinen Kartierung sollt ihr Plätze festhalten, die euch besonders ins Auge stechen. Aber auch von der Zerstörung von Plätzen möchten wir euch etwas berichten – dazu werden wir eine*n Experten*in einladen, welche*r uns aus erster Hand von den Geschehnissen berichten kann. Abschließend möchten wir mit euch eine rege Diskussion führen und Leitlinien sammeln, wie ein integrativer Campus gestaltet werden könnte.

Alina & Nele

Skateboarding erobert die Stadt   

In dem Workshop wollen wir uns mit der Akzeptanz von Skateboarding im öffentlichen Raum auseinandersetzen. Welche Teilhabemöglichkeiten können durch Planung entstehen, wie geschieht Raumaneignung und welcher Mehrwert wird durch Aneignungsprozesse für sozial schwache Stadtteile generiert? Wie sich Skater*innen die Stadt aneignen und auf welche Hindernisse sie stoßen, Skateboarding als Fortbewegungs- und Aneignungsmittel im öffentlichen Raum, als olympische Disziplin oder als Partizipationsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche in benachteiligten Nachbarschaften – das alles sind Themen des Workshops. Potenziale, die im Skateboarding stecken werden diskutiert und herausgearbeitet. Der räumliche Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Stadtteil Rothenditmold, da sich hier auf einer 100.000 qm großen, größtenteils leerstehenden Industriebrache die Skatehalle des Vereins Mr. Wilson befindet und der Stadtteil zu einem der sozial schwächsten Stadtteile Kassels zählt. Die Umbaumaßnahmen und enormen Eigenbemühungen durch Ehrenämtler*innen und Freund*innen des Vereins werden wir in einer Führung durch die Skatehalle anschauen und uns erklären lassen können.
Es soll in Kooperation mit aktiven Skater*innen, Soziolog*innen und Sportwissenschaftler*innen diskutiert und herausgearbeitet werden, welche Verantwortung in unserer Disziplin liegt, um eine faire Teilhabe aller Nutzer*innen öffentlicher Räume zu gewährleisten. Wir werden den Workshop bei Federweißer und selbstgemachtem Flammkuchen in geselliger Runde ausklingen lassen.

Sarah

Back to the Parkplatz!

Die gemeinnützige Aneignung von Lebensräumen ist ein Gegenentwurf zur Privatisierung der Freiräume in der Stadt. Jedoch haben die sogenannten „Commoning-Prozesse“ nicht nur Einfluss auf die Wohnsituation der Bürger*innen, sondern auch auf Verkehrsflächen im Öffentlichen Raum, die angeeignet werden. Können Verkehrsflächen überhaupt als Gemeinschaftsflächen bezeichnet werden? Heutzutage erfordert dies eine hohe Aufmerksamkeit, da Mobilität und städtische Freiflächen eine der relevantesten Themen in der Stadtplanung sind. Durch solch eine Aneignung der Flächen können für mehr Menschen in einer Stadt Gemeinschaftsflächen zur Verfügung gestellt werden.
Durch eine Begehung des Viertels werden wir euch die historische und aktuelle Bedeutung der Verkehrsflächen vorstellen und Alternativen mit euch erarbeiten. Wir wollen aber nicht nur theoretische Ansätze aufzeigen, sondern diese auch mit praktischen Beispielen umsetzen und näherbringen. Im Stadtteil Nord-Holland werden wir eine Aneignungsaktion durchführen und diskutieren:
Welche Vorteile können Anwohner*innen daraus ziehen, weniger Verkehrsflächen zu haben und wer profitiert von den Verkehrsflächen am meisten? Ebenso stellt sich die Frage, ob die Kapazität im Hinblick auf die Auslastung gerechtfertigt ist, oder ob es noch weitere Bedürfnisse für diese Flächen im Quartier geben kann.
In Zusammenarbeit mit unserem Partnerworkshop „Back to the Gemeinschaftsfläche!“ werden wir das Thema der Commons aufgreifen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Schwerpunkten herausstellen und gemeinsam diskutieren. Das alles wird in einer entspannten Atmosphäre mit dem ein oder anderen Kaltgetränk stattfinden, um die Diskussion lebendig zu halten.

Radmer & Mathis

Back to the Gemeinschaftsfläche!

Die gemeinnützige Aneignung von Lebensräumen ist ein Gegenentwurf gegen die Privatisierung der Freiräume in der Stadt. Jedoch haben die sogenannten „Commoning-Prozesse“ nicht nur Einfluss auf die Wohnsituation, sondern sollen auch besonders das Miteinander in der Stadt fördern. Dafür gibt es bekannte Beispiele wie: Gemeinschaftsgärten und Mehrgenerationen-Wohnen. Aber welche anderen Projekte könnten noch unter den Begriff des Commons fallen? Mit historischem Kontext der Nordstadt als Arbeiterviertel wollen wir herausarbeiten, was das Quartier so besonders macht und warum genau hier die Aneignung von gemeinsamen Flächen so vielversprechend wirkt.
Unsere Aufgabe ist es zuerst eine gemeinsame Definition für den Begriff „Common“ zu finden und gemeinsam auszuarbeiten. Im Workshop-Format wollen wir den Teilnehmer*innen zeigen, welche sozialen Einrichtungen in der Nachbarschaft schon existieren und ob diese auf unsere neu gefasste Definition zutreffen.
Das Ziel ist es nicht nur theoretisch das Quartier zu betrachten, sondern vor allem durch eine Begehung und Gesprächen mit Ansässigen das Viertel greifbarer vorzustellen und dabei die Frage stellen, welchen Einfluss ein langwieriger Prozess der Aneignung der Gemeinschaftsflächen durch die Einwohner*innen auf ein Viertel haben können. Wir wollen gemeinsam Ideen erarbeiten, die nicht nur auf den Ansichten und Standards der Stadtplanung genügen, sondern die einen klaren Bezug zu den Bedürfnissen der Anwohner*innen widerspiegelt.
In Zusammenarbeit mit unserem Partnerworkshop „Back to the Parkplatz!“ werden wir das Thema der Commons aufgreifen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Schwerpunkten herausstellen und gemeinsam diskutieren. Alles wird in entspannter Atmosphäre mit dem einen oder anderen Kaltgetränk stattfinden um die Diskussion lebendig zu halten.

Jan-Niklas & Philip

Kassel Airport- Turbulenzen im Planungsverkehr

Sehr geehrte Damen und Herren, wir begrüßen Sie an Bord unserer Boeing 737 nach Kassel Calden. Bitte nehmen Sie nun ihre Sitzplätze ein und schalten Sie ihre Mobilfunkgeräte aus.
Ungefähr 20 km von der Kasseler Innenstadt entfernt wurde 2013 in Calden der Regionalflughafen „Kassel Airport“ eröffnet. Ziel war es, Kassel und seine Region an das europäische Luftverkehrsnetz anzubinden. Bereits am ersten Tag nach der Eröffnung wurde, aufgrund mangelnder Nachfrage, der erste Passagierflug gestrichen.
60 km von Kassel entfernt befindet sich der Flughafen Paderborn/Lippstadt. Auch der Flughafen Frankfurt Airport, als drittgrößter Flughafen Europas, ist von Kassel aus in knapp zwei Stunden zu erreichen. Bis heute konnte der Kassel Airport nicht genügend Fluggastzahlen akquirieren. 2017 war für Calden mit 69.810 Passagieren das ertragreichste Jahr. Auch der Ausbau war mit 270 mio. Euro dreimal teurer als geplant. Trotz der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen stand die Realisierung in der Gemeinde Calden, welche gerade mal 8.000 Einwohner*innen zählt, von Anfang an in der Kritik.
Mit der Exkursion wollen wir gemeinsam so ein großes Verkehrsprojekt verstehen und unsere eigene Haltung dazu entwickeln. Inwiefern hat sich die Realisierung des Flughafens für Nordhessen wirklich gelohnt? Und handelt es sich hierbei eigentlich um eine gelungene Flugverkehrsanbindung oder bloß um ein Steuergrab? Wie ist ein Passagierflughafen dieser Größe aufgebaut und an die bestehende Infrastruktur angebunden?
All dies gilt es im Zuge unserer Besucherführung über das Gelände des Kasseler Flughafens zu beantworten. Im Namen der Pilotinnen und der gesamten Crew hoffen wir, Sie bald an Bord unserer Exkursion begrüßen zu dürfen!

Marlen & Janke

Kassels abgefahrener Osten

Eine Tour entlang an Schrottplätzen, Edelautohäusern, Gebrauchtwageneinöden, Nicht-Orten, rational-pragmatischen Architekturen der Mobilität und einer alles verbindenden Ausfallstraße.
Der abgefahrene Kasseler Osten? Er ist Stadtteil, Zwischenstadt, Gemengelage und irgendwie auch Kassels Resterampe. Unsere Tour zu Fuß führt uns durch den Kasseler Osten entlang der Ein- und Ausfallstraße „Leipziger Straße“, die den Stadtteil und seine Nutzungen, Typologien und Quartiere durchquert, verbindet, trennt sowie kuriose und stark vom MIV belastete Orte hervorbringt. Wir werfen einen Blick auf die Flächen der Gebraucht- und Neuwagenhändler, halb-verlassenen Bahnhöfe und Mobilitätsarchitekturen in Form von Autohäusern, Waschstraßen und Werkstätten bis letztlich zu den Friedhöfen der Autos – den Schrott- und Recyclingplätzen.
Zusätzlich ist geplant, mittels einer spielerischen Aufgabe über jene Orte wie den Kasseler Osten zu diskutieren und Lösungen zu überlegen, wie der MIV auf überregional bedeutsamen Straßen zurückgedrängt werden kann. Dazu zählt auch, sich der Problematik der Ein- und Ausfallstraßen insgesamt zu nähern als auch der Quartiere, die von Ein- und Ausfallstraßen geprägt sind. Daher steht auf dem Programm, den Betriebshof der Kasseler Verkehrsbetriebe zu besuchen, mit einem Stadtteilpolitiker zu sprechen und von Akteur*innen des Stadtteilzentrums mehr über die Lebensqualität der Bewohner*innen zu erfahren.

David

varytale – roads of the future

Unser Motto: Der Weg ist das Ziel! Gemeinsam verzaubern wir die Kasseler Straßen. Wie? Ihr hinterlasst eure Fußabdrücke in Kassel anhand eines selbstleuchtenden Substrates. Innerhalb unserer Strecke könnt ihr entscheiden, wo ihr eure Fußabdrücke setzt, oder ihr nutzt unsere vorgefertigten Schablonen und Schuhe, sprüht oder pinselt die Farbe auf die Straßen.
Die Fußabdrücke und Fahrräder in Form von Schablonen sollen symbolisch als Forderung nach mehr Fahrrad- und Fußwegen im öffentlichen Raum stehen. Nicht nur der ästhetische Aspekt, sondern auch der Aspekt der Energieeinsparung spielt hier eine besondere Rolle, denn das Substrat ist als Straßenmarkierung, aber auch als Straßenbeleuchtung ohne Elektrizität einsetzbar. Auch an Fassaden ist diese Technik anwendbar. Nicht nur der gestalterische, sondern auch der ökologische Aspekt ist hier besonders interessant. Durch das Leuchtmittel soll Aufsehen erregt werden, denn tagsüber ist die phosphoreszierende Eigenschaft des Substrates nicht erkennbar – abends hingegen verleiht es den Straßen eine magische Atmosphäre. Die phosphoreszierende Eigenschaft bekommt das Substrat, indem es tagsüber die Sonnenstrahlen einspeichert und bei Dunkelheit von selbst leuchtet.
Das Ziel ist es, auf den Überfluss von Autowegen und den Mangel an Fahrradwegen aufmerksam zu machen. Es soll die Sicherheit auf den Straßen verstärken, da nachts die schwächeren Verkehrsteilnehmer*innen häufiger übersehen werden. Durch die selbstleuchtende Farbe soll den Fahrer*innen hier Sicherheit gegegeben werden. Sowohl städtebaulich als auch architektonisch kann mit den selbstleuchtenden Farben bei richtiger Verwendung Strom gespart und die Umweltfreundlichkeit gefördert werden.

Hilal & Büsra

Die Straße als Gedenkort

Die Straße ist nicht nur ein Verkehrsraum, sondern auch ein öffentlicher Raum. Hier äußern sich freie Meinung und freie Entfaltung. Teil der freien Meinungsäußerung ist auch das Trauern und Gedenken. Wir wollen mit euch verschiedene Formen des Gedenkens und ihre Geschichte kennen lernen.
Weit müssen wir dafür nicht gehen: Der Campus der Universität in Kassel ist auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Firma Henschel gebaut. Um an die Rolle des Unternehmens für die Deportationen unter dem NS-Regime zu erinnern, findet sich ein Mahnmal auf dem Campus. Währenddessen wollen wir unterwegs Stolpersteine im Umfeld der Universität aufsuchen und etwas über diese Art des Gedenkens erfahren und uns mit den Menschen befassen, die dort aus der Mitte der Gesellschaft gerissen wurden.
Mit diesen Erfahrungen im Gepäck gehen wir zum Halitplatz, der an den Mord an Halit Yozgat durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) in Kassel erinnert. Dort wollen wir zusammen mit der Initiative 6. April etwas über den Mord, den Terror des NSU und die anschließende Aufklärung erfahren.
Im Anschluss wollen wir uns in einem typischen Lokal der Kasseler Nordstadt aufwärmen und mit politischen und gesellschaftlichen Akteur*innen aus dem Stadtteil über den Effekt, den dieser Mord auf das Viertel hatte, sprechen. Wir werden darüber diskutieren, wie den Opfern des NSU angemessen gedacht werden kann, nachdem die offizielle Trauerfeier in diesem Jahr von Seiten der Stadt Kassel abgesagt wurde.
Abschließend wollen wir mit Aktionen im öffentlichen Raum einen Anstoß für die Debatte um einen angemessenen Umgang mit dem Gedenken der Opfer des NSU geben.

Maurice & Florian

Transformation der Altstadt Kassel – Eine Schneise durch die Geschichte

In der „Bombennacht” im Oktober 1943 wurde die Innenstadt Kassels fast vollständig zerstört. In dieser Nacht brach die Stadtstruktur – gewohnte Wege und Straßen waren nicht mehr vorhanden. Durch die autogerechte Wiederaufbauplanung wurde die alte Innenstadt von Kassel zerschnitten. Das Resultat: die Kurt-Schumacher Straße (zwischen Altmarkt und Stern/Entenanger und Pferdemarkt). Eine große Schneise, die die Innenstadt spaltet und historisches nicht mehr erkennen lässt. Wer Kassel kennt, weiß meist nicht, wo die klassische Altstadt früher war.
Die Wiederentdeckung der Altstadt oder auch Weiterentwicklung der Kasseler Moderne soll hier Ausgangspunkt für einen städtebaulichen Transformationsprozess werden. Unter dem Begriff „Transformation der Altstadt Kassel“ wollen wir Euch zum Workshop einladen und haben folgendes vor: Gemeinsam schauen wir uns die Situation vor Ort an und werden nach einem Impulsreferat gemeinsam brainstormen und im Workshop die Planung hinterfragen und neu angehen. Wir haben zudem eine  Aktion auf der Kurt-Schumacher-Straße selbst vor.

Lasst euch überraschen.

Mario

Farben über Grau

Deine Oma sagt: “Graffiti machen nur Kriminelle!”

Der Kunstlehrer sagte früher: “So spirituell und so frei…”

Im alltäglichen Leben begegnet es uns immer wieder, buntes auf den tristen Fassaden der Stadt. Mal entsteht es auf illegalem Weg, mal auf legale Weise. Zwischen Kunst und Vandalismus ist das Graffiti eine Form der Aneignung vertikaler Flächen im urbanen Raum, die die Gesellschaft in ihrer Meinung dazu meist spaltet. Dieser Workshop soll nicht dazu dienen, die Frage nach der Illegalität abschließend zu beantworten. Klar werden wir diese auch diskutieren, aber vorrangig wird es um die Frage gehen, in welcher Form Streetart und Graffiti die Stadt gestalten kann und wie wir als Stadtplaner*innen diese in unsere Planung mit einbeziehen können. Auch, wieso es an manchen Orten entsteht und an anderen eben nicht. Was sagt das über die vorhandene Stadtgestalt aus?
Bei diesem Workshop werdet ihr Kassels bunte Seite des öffentlichen Raums kennenlernen. Dafür werden wir mit euch durch das Schillerviertel und andere Innenstadtbereiche gehen, um verschiedenste Eindrücke zu sammeln. Welche Stile oder Künstler*innen fallen uns auf? Was wirkt für jemanden, der selbst nicht aktiv in der Szene teilnimmt, ansprechend?
Die gesammelten Eindrücke werden wir mit professioneller Unterstützung des Kasseler Projektes KolorCubes weiterverarbeiten und es besteht für euch die Möglichkeit, sich selbst an der Dose oder Farbrolle auszuprobieren.
Egal, ob du eher Oma oder Kunstlehrer bist: Aus planerischer Sicht wird dieser Workshop garantiert spannend!

Arthur, Stephanie, Fabius & Lukas

 

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